Wolf

Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt.

Viele Berichte in den Medien belegen, dass der Wolf  wieder in Deutschland lebt. Und das seit einigen Jahren. Hierzu gibt es derzeit viel Aufmerksamkeit in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Dies ist auch gut so. Denn es sollte ein demokratischer Prozess sein mitzutragen, was an seiner Rückkehr  gut oder schlecht für uns Bürger ist. Ohne heute auf eine Bewertung einzugehen, will ich ein paar Fakten dazu aufzeigen:

Der Wolf breitet sich rasant in ganz Deutschland aus. Er vermehrt sich pro Jahr um ca. 30 %. Immer öfter wird er bereits auch in Städten und Gemeinden gesehen. Er hat derzeit keine natürlichen Feinde. Der letzte Wolf wurde Anfang 1900 in Sachsen erschossen. Der erste „deutsche Wolf“ ist auch wieder in Sachsen zu finden gewesen. Der Wolf ist und bleibt ein Raubtier! Es sei denn, er ist in Gehegen sozialisiert worden. Dann ist er ein „menschenfreundliches“ Raubtier. Aber: Deutschland ist kein Grossgehege. Er lebt von allem, was er erjagen kann. Er macht dabei keinen Unterschied zwischen Wild oder domestizierten Haustieren.
Es gibt Entschädigungen, doch nicht für alle Tierhalter. Und dies nur bis zu einer bestimmten Obergrenze und in einem festgelegten Zeitfenster. Darüberhinaus tragen die Geschädigten ihren Schaden selbst! Die Legende von einer dauerhaften 100% Entschädigung ist eben eine Legende, die die Gemüter beruhigen soll. Der emotionale Schaden der Tierhalter und Tierliebhaber wird dabei gar nicht beachtet.

Schutzmaßnahmen greifen nur teilweise. Auch hohe Zäune und Hirtenhunde sind keine Garantie. Der Wolf ist schlau und wird im Laufe der Evolution lernen, wie er diese Schutzmassnahmen überwindet. Alles nur eine Frage der Zeit. Es gibt so viele Wölfe in Europa, dass der Wolf nicht bedroht ist. Aber, er muss bedroht werden, damit er lernt, sich von den Menschen, ihren Siedlungen und ihrem Vieh fernzuhalten. Sonst stirbt die Weidewirtschaft aus. Das, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde, wird vernichtet. Tiere werden nur noch in Ställen gehalten werden können, ihr eigentlicher Lebensraum ist dann vom Wolf besetzt. Es wird kein ökologisch erzeugtes Fleisch aus Freilandhaltung mehr geben, sondern nur noch Mastfleisch aus Stallhaltung. Die Entwicklung von Naturschutzgebieten wird wieder rückläufig werden, da die Schäfer diese Gebiete nicht mehr betreuen können. Die Schäfer werden die Kosten des zusätzlichen Herdenschutzes auf Dauer aus eigener Wirtschaftskraft nicht mehr bezahlen können.

Der Wolf richtet in einem Schafpferch erheblich mehr Schaden an als an Wildtieren. Ein Rudel Wildtiere kann fliehen, da es  nicht eingezäunt ist. So wird nur ein Tier Beute des Wolfes, die anderen können fliehen. Völlig anders bei einer Schafherde, die nachts im Pferch steht: Hier tötet der Wolf bis seine genetisch angewölfte Gier befriedigt ist. Der Fluchtreflex der Tiere veranlasst ihn, immer neue Opfer zu nehmen, selbst wenn er die Beute nicht mehr auffressen kann. Denn die Schafherde kann nicht fliehen! Das macht ihn für Schafhalter so gefährlich. Ganz abgesehen von der Qual, mitansehen zu müssen wie die toten Tierkadaver aufgerissen in der Landschaft liegen. Es können dabei die allerbesten Zuchttiere sein – Zuchttiere, für die oft Generationen von Schäfern in einer Familie dafür gearbeitet haben, diese Herde so zu formen. Um das Leid der Schäfer kümmert sich leider niemand. Hier gibt es keine seelische  Betreuung. Oft werden die Kollegen noch als Wolfsfeinde über sogenannte soziale Medien verunglimpft.

Gerade Lammfleisch galt bisher noch als eins der gesündesten Fleischarten, wie lange wird es dies noch geben? Ebenso ist die Naturschutzleistung der Schafherden in Fachkreisen bekannt. Wer wird die Natur pflegen, wenn es die 4-beinigen Landschaftspfleger nicht mehr gibt? Wer wird die Deiche festtreten? Dies können nur Schafe wirkungsvoll machen. Etliche Kollegen haben bereits aufgegeben, weitere werden folgen. Wir können mit dem Wolf gemeinsam leben, wir müssen ihm aber seine Grenzen aufzeigen – machen wir mit unseren Kindern doch auch.
Dann wird er die Räume besetzen, die für ihn angemessen sind, und wir können unsere Kulturlandschaft weiterhin nutzen und gute Lebensmittel erzeugen.

Sehenswert ist zum Thema Wolf diese DVD; kann bestellt werden bei : FDS UG i.G. Rebmoor 14, 21423 Winsen/Luhe

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